Der Bayerische Biodiversitätspreis - Preisträger 2016

Unter dem Motto "Lebensraum Baum" lobte der Bayerische Naturschutzfonds zum vierten Mal den Bayerischen Biodiversitätspreis "NaturVielfaltBayern.“ aus.

Verleihung des Biodiversitäätspreises  - Bild vergössert sich bei Mausklick


1. Preis bzw. Hauptpreis (7000 Euro):

 

ARGE Schwäbisches Donaumoos e.V.

Projekt: "20 Jahre Kopfweidenpflege im schwäbischen Donaumoos"

Die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V. engagiert sich seit zwei Jahrzehnten, um die Kopfweiden als kulturlandschaftsprägendes Element und Träger der biologischen Vielfalt im Donaumoos zu erhalten. Kopfweiden prägen die Landschaft im Donaumoos. Die Weidenköpfe, Höhlen und Totholzbestandteile sind wichtige Lebensräume für Vögel, Käfer und Falter. Der Erhalt dieser wichtigen Rückzugsinseln ist das Ziel der ARGE Donaumoos. Die Mitglieder erfassen und schneiden die Gehölze und stärken das Bewusstsein für die Kopfweiden in der Bevölkerung. Um die Nutzungsform zu erhalten, bietet die ARGE zudem Weidenflechtkurse an. Dank ihres Engagements sind die typischen Kopfweidenreihen wieder sichtbar.

Zweiter Preis (2000 Euro):

Allianz zum Schutz des 'Klosterwaldes Maria Eich' in Planegg

Projekt: "Eremiten im Klosterwald Maria Eich"

  • Das Landratsamt München (untere Naturschutzbehörde),
  • das Kloster Maria Eich,
  • die Erzdiözese München-Freising,
  • die Bayerischen Staatsforsten
  • und die Gemeinde Planegg

bilden eine Allianz zum Schutz des Klosterwaldes Maria Eich.
Mit dem Projekt "Eremiten im Klosterwald" soll auf die besondere Bedeutung des kulturhistorisch wertvollen Waldbestandes des Klosters Maria Eich für den Artenschutz hingewiesen werden.
Eremiten sind besonders seltene Käfer, die sich im Totholz entwickeln. Den Lebensraum für diese und viele andere Arten zu erhalten, ist das Anliegen der Allianz. Die Mitglieder verfolgen die Entwicklung der alten Eichen rund um das Kloster, erhalten das wertvolle Totholz, fördern das Blütenangebot auf den Wiesenflächen und steuern so die Entwicklung des sensiblen Gebietes.
Ziel der Allianz ist es, die Waldbiodiversität nachhaltig zu fördern und bedeutsame Lebensraumstrukturen für holzbewohnende Arten zu sichern.

Zweiter Preis (2000 Euro):

Katholische Kirchenstiftung St. Maternus in Güntersleben

Projekt: "Stiftungswald Heiligenhölzchen"

Die Verantwortlichen des Stiftungswaldes "Katholische Kirchenstiftung St. Maternus" pflegen das ´Heiligenhölzchen` seit 25 Jahren so, dass die vielfaltigen Lebensräume gesichert, erhalten und verbessert werden konnten.
Ziel der Ehrenamtlichen im "Heiligenhölzchen" ist die Sicherung der besonderen Lebensräume im Stiftungswald und die Förderung der biologischen Vielfalt. Dafür kartieren sie Bäume und Totholz und pflanzen seltene Baumarten wie Speierling, Elsbeere und Wildbirne. Um die Entwicklung von Käfern zu verbessern, unterstützt die Kirchenstiftung zudem die Larvenentwicklung unter anderem beim Hirschkäfer.

Zweiter Preis (2000 €)

Stadt Bad Windsheim mit Stadtförsterei

Projekt: "Mittelwaldbewirtschaftung"

Seit vielen Jahren betreibt die Stadt Bad Windsheim mit Stadtförster Sven Finnberg erfolgreich eine Mittelwaldbewirtschaftung. Der Mittelwald ist eine historische Waldbauform, bei der zwei Bewirtschaftungsformen miteinander kombiniert werden:

  • circa 20-30 Jahre altes Unterholz als Brennholz
    und
  • altes Oberholz als Bauholz

Das Projekt "Mittelwaldbewirtschaftung" zeigt, dass wirtschaftliche Nutzung, Artenschutz und Biodiversität keine Widersprüche sind.
Die Stadtförsterei kümmert sich um den Erhalt des Alt- und Biotopbaumbestandes in den Hute- und Mittelwäldern. Bereits im Jahr 2005 hat die Stadt das 50 Hektar große Naturwaldreservat "Jachtal" ausgewiesen. Das kommunale Engagement kommt stark bedrohten und spezialisierten Käfer- und Schmetterlingsarten wie dem Maivogel zu Gute.

Sonderpreise 2016

Erster Sonderpreis (1000 Euro)

Dr. Klaus Mandery

Projekt: "Biodiversität am Standortübungsplatz Ebern"

Herr Dr. Mandery ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Bund Naturschutz im Kreis Haßberge und Leiter des Instituts für Biodiversitätsinformation in Ebern. Er wird für seine Baumprojekte auf dem ehemaligen Standortübungsplatz in Ebern und sein langjähriges Engagement für die Artenvielfalt ausgezeichnet .
Kreativ und beharrlich setzt er sich seit vielen Jahren für den Schutz und die Vielfalt der Natur ein. Er engagiert sich für den Erhalt von Streuobstbäumen als Lebensraum und von Apfelsorten für die genetische Vielfalt. Als Spezialist für Wildbienen bringt Dr. Mandery großes Fachwissen bei der Arterfassung und der Auswertung von Sammlungsmaterial ein. Um auf die Bedeutung der Biodiversität aufmerksam zu machen, beschreitet er auch neue Wege. Beispielhaft dafür ist ein gemeinsam mit Asylbewerbern und Flüchtlingen durchgeführtes Apfelprojekt.

Zweiter Sonderpreis (1000 Euro)

Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Projekt: "Anwendung von Natura 2000"

Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erfassen und vermitteln die verschiedenen Biotopstrukturen in den kommunalen Wäldern des Spessarts.

Das Engagement der Studenten geht weit über die eigentliche Hochschulbildung in der Landschaftsarchitektur sowie Wald- und Forstwirtschaft hinaus. Die Studenten erfassen

  • Lebensraumtypen,
  • Biotopbäume
  • und wichtige Nahrungs-, Nist- und Brutplätze für
    • Fledermäuse,
    • Vögel,
    • Insekten
    • und Amphibien.

Die Studenten geben ihr Wissen auch weiter: Bei Waldbegehungen erfahren Gemeinderäte und Bewirtschafter mehr über die Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt.