Natur in der Stadt

Bild vergrößert sich bei MausklickDer Freistaat will die Bedeutung von Tieren und Pflanzen in der Stadt in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit rücken. Stadtnatur ist mehr als öffentliche Grünflächen. Stadtnatur ist eines der großen Zukunftsthemen. Wanderfalken zwischen Hochhäusern, Grünspechte im Garten oder Fledermäuse hinter Fassaden sind in der Stadt längst keine Seltenheit mehr. Und auch für manche Pflanzen, die in freier Flur verdrängt wurden, stellen Städte Zufluchtsorte dar. Ihnen folgen häufig Schmetterlinge und Wildbienen, die Blüten im städtischen Grün als Nahrungspflanzen nutzen. Diese Beispiele zeigen: Natur in der Stadt verbessert die Lebensqualität für Menschen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die bisher durchgeführten Projekte haben voll überzeugt.

Mit dem Spatz als "Botschafter für die Stadtnatur" will der Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) in den nächsten Jahren ein Kompetenzzentrum für Gebäudebrüter in Bayern aufbauen, das Bürgern aber auch zum Beispiel Architekten bei der vogelfreundlichen Planung und Gestaltung von Gebäuden und deren Umfeld berät.

Durch Mittel aus dem Bayerischen Naturschutzfonds kann die Aktion in den nächsten drei Jahren mit rund 750.000 Euro ausgebaut werden.

Hintergrund

Rund ein Drittel der Menschen in Bayern lebt in Städten bzw. in dicht besiedelten Bereichen. Besonders wichtig sind hier Grün- und Erholungsflächen als wesentlicher Faktor für Naherholung, Lebensqualität und Naturerfahrungsmöglichkeiten.

Oft findet man im dichter besiedelten Bereich großzügige Grünachsenreale, öffentliche Parks und Erholungsräume mit vielfältigen Strukturen und Lebensraumtypen, die ungewöhnlich artenreich sind,

Projektauftakt

Auch Gebüsche und Hecken sind wertvolle Naturoasen und bieten Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten mitten in der Stadt.

sind in der Stadt längst keine Seltenheit mehr.

Pflanzenvielfalt im Privatgarten und auf öffentlichem Grünbereichen – die Natur bereichert das Leben in Städten und Dörfern auf mannigfaltige Weise.
Viele Tiere, wie zum Beispiel

haben sich schon vor langer Zeit mit dem Menschen und seinem besiedelten Umfeld arrangiert.
Zu diesen klassischen "Kulturfolgern" gesellen sich inzwischen immer mehr "Wildtiere" wie Füchse oder Wildschweine. Sie werden vom reichen Nahrungsangebot in die Städte gelockt, vermehren sich dort und bilden zum Teil stabile Stadt-Populationen.

Für manche Pflanzen, die in freier Flur durch intensive Landnutzung verdrängt werden, stellen Städte sogar letzte Zufluchtsorte dar. Ihnen folgen zum Beispiel Schmetterlings- und Wildbienenarten, die diese "Landflüchter" als Nahrungspflanzen nutzen.

In in den letzten 30 Jahren wurden in vielen bayerischen Städten 32 Gartenschauen durchgeführt, die dauerhaft zur Verbesserung kommunaler Grünstrukturen und damit des Freizeitwertes beigetragen haben.
Auch die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung erstellt für ihre Parke und Grünanlagen Managementpläne, die gezielt auf Naturschutzbelange Rücksicht nehmen. Nicht zuletzt deshalb weist der stark frequentierte Nymphenburger Park mitten in München eine der höchsten Vogelartendichten in Deutschland auf.

Auf Grund der Bedeutung der Siedlungsbereiche für die Erhaltung der Artenvielfalt haben entsprechende Maßnahmen und Vorschläge auch Eingang in das Biodiversitätsprogramm Bayern 2030 "NaturVielfaltBayern" gefunden.

Partner

Für die Aktion "Natur in der Stadt" hat das Bayerische Staatsministerium (StMUV) kompetente Partner gefunden, die mit diesem Thema und örtlichen Projekten schon Erfahrung gesammelten haben.
Gemeinsam sollen diese Erfahrungen landesweit ausgedeht werden.

Als ersten Schritt hat Umweltministerin Ulrike Scharf dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) und der Stiftung für Mensch und Umwelt eine finanzielle Förderung drei konkrete Projekte zugesagt.

Projekt mit dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. "Bäume in der Stadt"

Logo Bund NaturschutzAngesichts der Folgen des Klimawandels kommt gerade im städtischen Bereich Grünstrukturen zur Sicherung der Wohn -, Freizeit – und Lebensqualität eine immer größere Bedeutung zu. Dabei spielen großkronige Laubbäume – z.B. entlang innerstädtischer Straßenzüge -
eine herausragende Rolle. Ziel: neues Bewusstsein für die positiven Auswirkungen von (Laub-) Bäumen zu schaffen, im Siedlungsbereich bislang nicht bzw. nur unzureichend für die Ergänzung und Mehrung des städtischen Baumbestandes genutzte Areale zu gewinnen, zum Beispiel gibt es in Nürnberg 500 Hektar Parkplatzflächen, die in etwa so groß wie alle städtischen Parkanlagen zusammen sind, Sensibilisierung der kommunalen Entscheidungsträger und der Bevölkerung.

Projekt mit dem Landesbund für Vogelschutz e.V. "Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur"

Logo LBV Diverse Monitoringprogramme zeigen einen Rückgang häufiger Vogelarten in alarmierendem Umfang. Ein typisches Beispiel einer solchen Art ist der Haussperling oder "Spatz", der nach wie vor als der Stadtvogel schlechthin wahrgenommen wird und dessen Rückgang den meisten Menschen nicht bewusst ist. Kulturfolger wie der Haussperling, aber auch viele andere Arten des Seidlungsraums verlieren ihre Brutplätze und Nahrungsgrundlage durch Nachverdichtung, Sanierung von Altbauten und Überbauung von Freiflächen. Mit dem Rückgang des Haussperlings als Allerweltsart soll auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht und durch Information und Beratung auf Handlungsmöglichkeiten hingewiesen werden.

Projekt mit der Stiftung Mensch & Umwelt "Bayern summt! Wir tun was für Bienen"

Logo Bayern summt Die Wildbienen sind auf dem Rückzug, viele Arten stehen auf der Roten Liste. Blütenreiche Lebensräume mit geeigneten Nistmöglichkeiten für die vielen Wildbienenarten sind auch in der Großstadt sind ständig bedroht und müssen geschützt und ausgeweitet werden. Die Stiftung Mensch & Umwelt hat mit ihrer Initiative „Deutschland summt“ schon eine Reihe von Partner-Städten gewinnen können, in Bayern z.B. Eichstätt, Pfaffenhofen, Schweinfurt, München oder Ingolstadt. Mit "Bayern summt!" werden die städtischen Erfahrungen erstmals auf ein Bundesland angewandt, für die Honigbienen, vor allem aber auch für die Wildbienen inklusive Hummeln und andere bestäubende Insekten wie Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer. Es wird u.a. ein Beratungsnetz aufgebaut, um Kommunen und Privatpersonen mit fachlichem Rat zu unterstützen.

http://bayern.deutschland-summt.de

Pflanzwettbewerb mit Prämierungsfeier in München erfolgreich abgeschlossen

Unter dem Motto "Bayern - Wir tun was für Bienen!" wurden am Wochenende 21. /22. Oktober in München die Sieger des bayernweiten Pflanzwettbewerbs feierlich gekürt. Rund 600 Teilnehmer folgten vom 1.April bis 30. Sept. diesem Aufruf und pflanzten heimische Blumen, gestalteten Gärten um oder neu, bauten Nisthilfen und legten Beete an.

Sieger des Pflanzwettbewerbs

Fotos von der Auftaktveranstaltung im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) am 4. Juli 2016

Umweltministerin Ulrike Scharf Marc Haug, Geschäftsführer ÖBZ Dr. Schäffer, Vorsitzender LBV Umweltministerin Ulrike Scharf und Dr. Schäffer, Vorsitzender LBV Prof.Dr. Weiger, Vorsitzender Bund Naturschutz Umweltministerin Ulrike Scharf und Prof.Dr. Weiger, Vorsitzender Bund Naturschutz Dr. Hölzer, Stiftung für Mensch und Natur Auftaktveranstaltung zu Natur in der Stadt, Gruppenbild Auftaktveranstaltung zu Natur in der Stadt, Gruppenbild Auftaktveranstaltung zu Natur in der Stadt, Gruppenbild Umweltministerin Ulrike Scharf Auftaktveranstaltung zu Natur in der Stadt, Gruppenbild Frl. Brehm (Barbara Geiger) Wissenschaftstheater Wildbienen Frl. Brehm (Barbara Geiger) Wissenschaftstheater Wildbienen Auftaktveranstaltung zu Natur in der Stadt, Gruppenbild