Altötting - BayernNetzNatur-Projekte

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Projektname: Sicherung, Vernetzung und Wiederherstellung von Brennen im mittleren Alztal

Beschreibung: Das mittlere Alztal gehört im Sinne des Naturschutzes zu den wertvollsten Landschaftsräumen im Landkreis Altötting. Im ABSP wurde es als Lebensraumkomplex mit landesweiter Bedeutung eingestuft. Die Brennenstandorte sind v. a. floristisch bedeutsam, sie sind Wuchsorte einer Vielzahl seltener und gefährdeter Arten. Diese Kalkmagerrasen-Relikte sind vielfältigen Gefährdungen ausgesetzt: Verbuschung, Anpflanzung von Bäumen, Umbruch zur Anlage von Wildäsungs- und Ackerflächen. Auf der Grundlage einer detaillierten Zustandserfassung (Zimmer 2000) sollen in den kommenden Jahren die wichtigsten Brennenstandorte gesichert und gepflegt werden. 2009 wurde ein Förderantrag an den Bayerischen Naturschutzfonds gerichtet. Am 9.11.2009 hat der Stiftungsrat des Naturschutzfonds die Förderung des Projektes über einen Zeitraum von 5 Jahren mit 600.000 Euro beschlossen. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 800.000 Euro.

Projektträger: Landkreis: Altötting, Landschaftspflegeverband: Landkreis Altötting e.V. (bis 2009)

Ansprechpartner: Frau Finster (natur4@LRA-aoe.de)


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Projektname: Mörnbachtal mit Hochterrassenrand und Osterwiesen

Beschreibung: Die Osterwiesen sind Teil der naturräumlichen Einheit Terrassenlandschaft im Unteren Inntal, die Leiten und das Bucher Moor liegen in der Altmoränenlandschaft links der Alz. Durch die am Hangfuß der Flossinger Hochterrassenkante auf einem Flinzsockel austretenden Quellen und das hoch anstehende Grundwasser bildeten sich im Bereich der Osterwiesen Anmoor- und Niedermoor-böden. Die Quellen im Bucher Tal und hier speziell im Bucher Moor gehören zu den schüttungsstärksten des ganzen Hochterrassenrandes. Nach der Rodung der natürlicherweise auf den Anmoor- und Niedermoorböden wachsenden Bruchwälder konnten sich hier Kleinseggenrieder, Kopfbinsenrasen und Pfeifengras-Streuwiesen als Ersatzgesellschaften ausbilden. Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Talboden des Mörnbachtales planmäßig entwässert. Ein Großteil der Flächen wurde in Äcker umgewandelt, das verbleibende Grünland wurde meist intensiviert. Das Bucher Moor ist laut ABSP von überregionaler Bedeutung für den Naturschutz. Innerhalb der Isar-Inn-Schotterplatten ist es eines der letzten kalkoligotrophen Grundwasserquellmoore und repräsentiert somit den letzten Rest der sonst gänzlich vernichteten Quellmoore am Nordrand der Alzplatte. Das Bucher Moor ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000. Die Osterwiesen waren früher ein wichtiger Wiesenbrüterlebensraum. Bäche und Gräben stellen wichtige Biotopverbundachsen zwischen dem Bucher Moor und der Mörn dar. Die Leitenwälder sind wichtige Sommerquartiere und Jagdhabitate für Fledermäuse. Projektziel ist die Erhaltung bestehenden Grünlands, die Erhöhung des Grünlandanteils, insbesondere des Anteils ein- und zweimähdiger Wiesen oder extensiver Weiden, die Optimierung der Grabenpflege, Aufweitung und Abflachung von Gräben, Anlage von Seigen und Mulden, Renaturierung artenreicher Feucht- und Nasswiesen, Schaffung eines durchgängigen Bandes aus Extensivwiesen, Hochstaudenfluren, Röhrichten und Gebüschen entlang der Mörn, Verbesserung der Wasserqualität. Erhaltung und Förderung naturnaher Leitenwälder, Erhaltung natürlicher und naturnaher Quellen, Verbesserung beeinträchtigter Quellen, Renaturierung zerstörter Quellen. Erhaltung des Bucher Moores, Verbesserung der Umgebung (Schaffung ausreichender Puffer). Am 26.3.03 hat der Stiftungsrat des Naturschutzfonds die Förderung des Projektes beschlossen. Das Projekt wurde im Dezember 2007 erfolgreich abgeschlossen.

Projektträger: Landkreis: Altötting

Ansprechpartner: Johann Oswald (natur8@lra-aoe.de)


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Projektname: Drachen der Unterwasserwelt

Beschreibung: Das BayernNetzNatur-Projekt Drachen der Unterwasserwelt zielt auf die Erhaltung und Förderung des Kammmolchs (Triturus cristatus) und weiterer gefärdeter Amphibienarten in den Landkreisen Altötting und Traunstein. Die Art ist wie viele weitere Amphibien von einem anhaltenden Rückgang betroffen. Im Projektgebiet kommt der Kammmolch außerhalb seines Verbreitungsschwerpunkts in den Salzachauen nur mehr sehr selten vor. Um die teils sehr zerspiltterten Vorkommen zu erhalten bzw. zu fördern werden Laichgewässer zeilgerichtet erfasst und wenn notwendig sukzessive optimiert oder durch Neuanlagen ergänzt. Um auf die prekäre Situation der Arten und ihre Bedeutung hinzuweisen, findet eine projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit mit Zeitungsberichten und Führungen statt. An Land- und Forstwirte oder Flächeneigentümer richtet sich ein Informationsblatt (Kammmolch und Co. Amphibien brauchen Ihre Hilfe), das im Zuge des Projektes erarbeitet wurde und an den Landwirtschaftsämtern Traunstein und Altötting ausliegt. Faltblatt: http://www.ecotopics.de/ecopics/Biodiv_Kammmolch%20FB_2012.pdf

Projektträger: Landschaftspflegeverband: Altötting, Traunstein

Ansprechpartner: Sabine Finster (sabinefinster@web.de)

weitere informationen: https://www.lra-aoe.de/umweltschutz-recht-und-technik/naturschutz


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Projektname: Allen Unkenrufen zum Trotz: Entwicklung und Umsetzung einer Strategie zum landfr

Beschreibung: Die Gelbbauchunke ist deutschlandweit stark gefährdet. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer langfristigen Strategie zum Schutz der Art in den Landkreisen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen. Hier soll der Habitatverbund wiederhergestellt werden. Zentrales Element ist dabei die Entwicklung einer langfristigen Strategie zur regelmäßigen Neuschaffung bzw. angepassten Nutzung ephemerer Lebensräume im Alltag. Wesentlich ist deshalb die Einbindung verschiedener Land-Nutzergruppen und wichtiger Flächeneigentümer, die durch geeignete Kommunikationsstrukturen angesprochen und zur Realisierung von unkenfreundlichem Verhalten im Alltag angeregt werden sollen. Durch den Aufbau eines lokalen Patensystems soll auch die Betreuung einzelner Vorkommen nachhaltig gesichert werden. Das Projekt umfasst Maßnahmen zur Wiederherstellung und Neuschaffung von Laichhabitaten (z. B. durch Beweidung, Dynamisierung von Auen etc.) und die Umsetzung eines umfassenden Konzepts zur Öffentlichkeitsarbeit. Die wesentlichen Vorhabensziele sind: 1. Verankerung des Schutzes der Gelbbauchunke und ihrer ephemeren Lebensräume als Selbstverständlichkeit im täglichen Handeln. 2. Verbesserung des öffentlichen Bewusstseins hinsichtlich der Gefährdung und des Schutzes der Gelbbauchunke und ihrer Lebensräume sowie der Bedeutung des Biotopverbundes als wesentliche Voraussetzung für die biologische Vielfalt. 3. Sicherung und Wiederherstellung einer langfrstig überlebensfähigen Metapopulation aus miteinander in Austausch stehenden Lokalpopulationen. 4. Entwicklung einer auch auf andere Gebiete übertragbaren Strategie zum Schutz der Gelbbauchunke und anderer gefährdeter Arten ephemerer Lebensräume.

Projektträger: Landkreis: Freising, Altötting, Neuburg-Schrobenhausen, Naturschutzverband: Bund Naturschutz

Ansprechpartner: Dr. Miriam Hansbauer (Dr.Miriam.Hansbauer@kreis-fs.de)