Bad Tölz Wolfratshausen - BayernNetzNatur-Projekte

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Projektname: Loisach-Kochelsee-Moore

Beschreibung: Die Loisach-Kochelsee-Moore (3.600 ha) liegen am Alpenrand zwischen Kochelsee und Penzberg. Hochmoore werden wiedervernässt. Über 150 ha brachgelegene Streuwiesen werden wieder gepflegt. Mit zeitgemäßer Technik eingerichtete Landschaftspflegehöfe verwerten das Mahdgut als Einstreu. Das Grünland des Klosters Benediktbeuern (ca. 150 ha) wird dauerhaft extensiviert. Großräumig eingeführte Betretungsregelungen schützen die Wiesenbrütervorkommen. Die Umweltbildungseinrichtungen am ZUK tragen die Projektinhalte nach außen. Schwerpunkte Fauna: Wiesenbrüter und Tagfalter/ Libellen. Vom BNF wurde 2011 das vom ZUK beantragte Projekt zur Sicherung der Biologischen Vielfalt der Loisach-Kochelsee-Moore und für den Klimaschutz (Nachhaltige Sicherung des Klosterlandes bei Benediktbeuern) bewilligt (Laufzeit: 1.1.2013 bis 31.12.2032).

Projektträger: Eigener Verein: ZUK Benediktbeuern

Ansprechpartner: Elisabeth Pleyl (elisabeth.pleyl@zuk-bb.de)

weitere informationen: http://www.zuk-bb.de/zuk/index.php?id=landschaftsschutz_beim_zuk


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Projektname: Deininger Moor

Beschreibung: Das Gebiet ist zwar degradiert, zeichnet sich aber dennoch durch flächige Vorkommen seltener Arten aus. Die wertvollen Lebensräume werden durch Pflegemaßnahmen erhalten und als Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten weiterentwickelt. Im Herbst 2010 wurde mit der Wiedervernässung des rund 15 ha großen Hochmoorkerns begonnen. Die Maßnahmenumsetzung wurde aus Mitteln des Klimaprogramms Bayern 2020 Teil Moore kofinanziert. An den Maßnahmen auf dem Flurstück im Eigentum des BN hat sich der Verband mit einem Eigenanteil von rund 20 % beteiligt. Im April 2011 wurde die Wiedervernässung im Hauptteil abgeschlossen, die Ergebnisse werden mittels einer regelmäßigen Erfolgskontrolle überprüft und zeichnen sich als sehr positiv ab. 2014/15 wurde, das Weihermoos, ein weiterer kleiner Hochmoorrest nördwestlich des großflächigen Hochmoorkörpers ebenfalls renaturiert. Die starke Freizeitnutzung wird inzwischen verstärkt gelenkt (Infotafeln).

Projektträger: Naturschutzverwaltung: UNB München, Naturschutzverband: LBV, BN

Ansprechpartner: Michael Wagner (Michael.Wagner@lra-m.bayern.de)


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Projektname: Spatenbräufilze

Beschreibung: Durch Entwässerung degradiertes Hochmoor mit angrenzenden Streuwiesen. Durch Verbuschung und Waldsukzession wurden die ökologischen Wechselbeziehungen zwischen den Raupenfutterpflanzen auf den Hochmoorflächen und den Falternahrungspflanzen der angrenzenden Streuwiesen unterbrochen. Ziel des Projektes war die Wiederherstellung der Vernetzung der Teillebensräume von Hochmoorgelbling und anderen hochmoorspezifischen Tierarten, sowie die Optimierung der Lebensräume durch Wiedervernässung von Hochmoor- und Niedermoorflächen sowie durch vorangegangene Entbuschung und Entwaldung auf Hochmoorheide. Ein Großteil des Moores konnte über Flächenerwerb durch die öffentliche Hand langfristig gesichert werden. Nähere Informationen siehe Faltblatt aus dem Jahr 2001.

Projektträger: Naturschutzverband: LBV (Kreisgruppe TÖL-WOR)

Ansprechpartner: Birgit Weis (info@lbv-toel.de)

weitere informationen: http://bad-toelz.lbv.de/unsere-arbeit/pflegeflaechen/spatenbraeufilz.html


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Projektname: Zellerbachtal

Beschreibung: Der Zellerbach ist der größte rechtsseitige Zufluss der Isar im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Entlang des naturnah mäandrierenden Bachlaufs findet man wertvolle Streuwiesen, Hoch- und Übergangsmoore, Großseggenriede und Hochstaudenfluren. Um die Einrichtung einer Mülldeponie im Bachtal zu verhindern, wurde die Schutzgemeinschaft Zellertal gegründet, die zunächst als Projektträger auftrat. Zwischenzeitlch hat der LBV Bad Tölz-Wolfratshausen die Trägerschaft übernommen. Weite Teile des Projektgebiets befinden sich in privater Hand. Rund 40 Hektar Streuwiesen werden über den Erschwernisausgleich gepflegt.

Projektträger: Naturschutzverband: LBV Bad Tölz-Wolfratshausen (Neuprojekt), Eigener Verein: Schutzgemeinschaft Zellerbachtal e.V. (Altprojekt)

Ansprechpartner: LBV TÖL-WOR (info@lbv-toel.de)

weitere informationen: http://www.lbv-toel.de/index.htm


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Projektname: Magerrasenverbund Oberland - ein Projekt zum Schutz von Busch-Nelke, Kreuzotter

Beschreibung: In der Region des Allgau (Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) und in den Forsten südlich München (Deisenhofener-, Perlacher- und Grünwalder Forst) besitzt die international bedeutsame Busch-Nelke (Dianthus seguieri ssp glaber) einen südbayerischen Verbreitungsschwerpunkt. Die Unterart hat ein sehr kleines europäisches Verbreitungsgebiet und gilt als stark gefährdet. Mit fünf isolierten Verbreitungsschwerpunkten trägt Bayern eine besondere Erhaltungsverantwortung. Ziel des Projekts ist es, die zahlreichen Gefährdungen ausgesetzten Magerrasenreste zur optimieren und einer zielgerichteten Pflege zuzuführen. Zudem soll ein landkreisübergreifendes Verbundsystem über die Bahnlinie aufgebaut werden, von dem aus weitere Vernetzungsachsen über Waldränder, Waldwege und Magersäume in die Fläche ausstrahlen. Weitere Begleitarten wie Kreuzotter, Schlingnatter, Ameisenbläulinge sollen ebenfalls von den Maßnahmen profitieren. In das Projekt sind die Flächeneigentümer der Buschnelken-Wuchsorte eng eingebunden. Hierzu gehören insbesondere die BaySF, Forstbetrieb München (Zusammenarbeit bei Pflege entlang der Forstwege im Deisenhofer und Perlacher Forst gemäß einem gemeinsam abgestimmten Pflegekonzept), und die Deutsche Bahn (naturschutzkonforme Pflege unter besondere Berücksichtigung der Habitatansprüche von Buschnelke und weiteren Zielarten an der Bahntrasse der BOB auch im Hochsicherheitsbereich). Zudem besteht eine enge Kooperation mit verschiedenen Landwirten, die das Projekt unterstützen. Über das Projektmanagement (im Auftrag der Regierung von Oberbayern) erfolgt die Koordinierung und Umsetzung von Landschaftspflegemaßnahmen, ebenso die fachliche Beratung der uNB´s, des LPV, der betroffenen Forstdienststellen und Landwirte. Über gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll die Bevölkerung für das Projekt sensibilisiert werden. Projektbegleitend finden Wuchsortkartierungen, Monitoring und Effizienzkontrollen statt. Ehrenamtliche sind an der Pflege und Betreuung beteiligt, die Gemeinden sind eng eingebunden.

Projektträger: Landkreis: Miesbach, München, Bad Tölz - Wolfratshausen, Landschaftspflegeverband: München-Land e.V.

Ansprechpartner: Gabriela Schneider (schneider-hausham@t-online.de)


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Projektname: Eglinger Filz

Beschreibung: Start als 300. BayernNetzNatur-Projekt. Größter zusammenhängender Moorkomplex im nordöstlichen Landkreis mit einer Fläche von mehr als 200 ha. Aufgrund der Biotopgröße, Strukturvielfalt und Artenausstattung von landesweiter Bedeutung. Neben noch weitgehend intakten Hochmoorbereichen im Norden, weist der Komplex durch Entwässerung und Torfgewinnung stark degradierte Bereiche im Südteil auf. Die Südgrenze bilden gut gepflegte Streuwiesen, im Norden wurde die Nutzung schon seit längerem aufgegeben. Hier entwickelten sich größere Sekundär-Feuchtwälder. Im Westteil finden sich noch gut erhaltene Moorrandwälder. Der Moorkomplex wird vom weitgehend naturnahen Moosbach in Nord-Süd-Richtung durchflossen. Im Juni 2002 wurde mit der Projektplanung begonnen. Schwerpunkte bilden die Erfassung der hydrologischen Gegebenheiten sowie die Kartierung der Vegetationseinheiten. Im Herbst/Winter 2003 wurden die Renaturierungsmaßnahmen auf der ca. 37 ha großen Fläche des Klosters Schäftlarn durchgeführt. Das Projekt wurde offiziell am 23.09.2005 abgeschlossen. Zwei Jahre nach Verschluss der Gräben zeigt sich vor allem in den gehölzbestockten Randbereichen des Hochmoores zunehmendes Torfmooswachstum. Im Zentrum des Moores findet man im Bereich der ehemaligen Schlitzgräben sowie in aufgelassenen Stichen Moorwachstum.

Projektträger: Naturschutzverband: LBV Bad Tölz-Wolfratshausen

Ansprechpartner: Birgit Weis (info@lbv-toel.de)

weitere informationen: http://bad-toelz.lbv.de/unsere-arbeit/pflegeflaechen/eglinger-filz.html


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Projektname: Beweidungsprojekt Pupplinger Au

Beschreibung: Als Teil des Schwerpunktgebiets des Naturschutzes Isartal unterhalb Bad Tölz und Wolfratshausener Becken ist das Obere Isartal zwischen Geretsried und Schäftlarn von landes- bis europaweiter Bedeutung und liegt in einer der wichtigsten Biotopverbund- und Wanderachsen zwischen den Alpen und der Donauregion. Mit ausgesprochen wertvollen Vorkommen seltener und gefährdeter Arten besitzt das Projektgebiet darüber hinaus eine wichtige Funktion als Artenreservoir und Lieferbiotop für benachbarte Gebiete. Um diese Funktionen dauerhaft erfüllen zu können, ist angesichts anhaltender Beeinträchtigungen (v. a. Sukzession mit einhergehendem Lebensraum- sowie Artenverlust und Isolation, Freizeitnutzung) die Umsetzung zielgerichteter Maßnahmen dringend erforderlich. Zentrale Aufgabe des Projektes ist es, möglichst große (Schneeheide-)Kiefernwälder und Magerrasen zu erhalten bzw. in ihrer lebensraumtypischen Qualität wiederherzustellen. Zudem soll innerhalb des Projektgebiets sowie nach Außen die Biotopverbundsituation zwischen lichten Kiefernwälder, offenen Brennenstandorten, artenreichen Magerrasen und initialen Flachmooren erhalten, verbessert bzw. wiederhergestellt werden. Neben der Fortführung der bisher praktizierten kleinflächigen Mahd von Magerrasen soll im Rahmen des Projekts vor allem erprobt werden, ob die Projektziele durch eine Beweidung erreicht werden können.

Projektträger: Eigener Verein: Isartalverein e.V.

Ansprechpartner: Markus Henning (Markus.Henning@mr-wolfratshausen.de)