Landkreis München - BayernNetzNatur-Projekte

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Projektname: Heiden im Münchner Norden

Beschreibung: Die Heiden im Münchener Norden sind Relikte einer ehemals 15.000 ha großen Steppenheide. Das NSG Garchinger Heide hat wegen seiner Vielfalt von Flora und Fauna mitteleuropäische Bedeutung. Ziel des Projektes ist es, die Heidereste langfristig zu sichern, zu erweitern und durch ein Biotopverbundsystem mit dem Mallertshofer Holz und der Dietersheimer Brenne zu verknüpfen. Die Förderung der Hüteschafhaltung sowie eine Extensivierung angrenzender landwirtschaftlicher Flächen kommen als flankierende Maßnahmen dazu. Seit 1993 wurden großflächig Kalkmagerrasen auf ehemaligen Ackerflächen durch Mähgutübertragung entwickelt (rund 35 Hektar), die Entwicklung weiterer 20 bis 30 Hektar ist in den nächsten Jahren geplant. Aufbau eines Ackerwildkrautreservates seit dem Jahr 2000. Anlage von lichten Eichen-Kiefernwäldern geplant. Erhaltung der lichten Kiefern-Eichenwälder und Grasheiden im NSG Mallertshofer Holz mit Heiden in Zusammenarbeit mit Staats- und Bundesforstverwaltung. Nähere Informationen in der Broschüre des Heideflächenvereins. Zahlreiche Publikationen. Ihm Rahmen eines E+E-Vorhabens wurde zwischen 1992 und 2002 die Entwicklung der Heiden dokumentiert. Das Monitoring wird seither mit anderen Mitteln weitergeführt.

Projektträger: Eigener Verein: Heideflächenverein Münchener Norden e.V.

Ansprechpartner: Christine Joas (info@heideflaechenverein.de)

weitere informationen: http://www.heideflaechenverein.de


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Projektname: Dachauer Moos

Beschreibung: Projekt zur Sicherung und Entwicklung des Naturraumes Dachauer Moos unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher und landwirtschaftlicher Belange sowie der Belange der Erholungsnutzung, beispielhafte Maßnahmen: Wiederherstellung von Streuwiesen, Wiederaufnahme der Streuwiesennutzung, Gewässerrenaturierung, Öffentlichkeitsarbeit. Faltblatt: http://www.verein-dachauer-moos.de/images/PDF/Faltblatt-Neues-Leben-im-Dachauer-Moos_2014-03-25.pdf

Projektträger: Gemeinde: Karlsfeld, Dachau, München, Naturschutzverband: Bund Naturschutz DAH, Landschaftspflegeverband: DAH, Eigener Verein: Verein Dachauer Moos e.V.

Ansprechpartner: Verein Dachauer Moos e.V. (info@verein-dachauer-moos.de)

weitere informationen: http://www.verein-dachauer-moos.de


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Projektname: Ismaninger Moos

Beschreibung: Pflege und Entwicklung eines kleinen Feuchtgebietskomplexes mit im Naturraum mittlerweile seltenen, teils stark verbuschten Duftlauch-Pfeifengraswiesen auf ehemaligen Torfstichflächen, Feucht- und Nasswiesen, Feucht- und Nasswiesenbrachen, Feuchtgebüschen und kleinen Feuchtwaldresten. Durch Bibertätigkeit wurden Entwässerungsgräben gestaut, angrenzende Grünlandflächen mussten aus der Nutzung genommen werden und sind großenteils stark verschilft. Das Gebiet ist ein wertvolles Rast-, Nahrungs- und Fortpflanzungshabitat für eine Vielzahl gefährdeter bzw. stark gefährdeter Tierarten (z. B. Laubfrosch, Wasserralle, Glaucopsyche teleius, G. nausithous, Chrysochraon dispar). Die verbuschenden Pfeifengras-Wiesen werden durch entsprechende Pflegemaßnahmen wie sukzessive Entbuschung und kleinflächige Mahd als (Teil-) Lebensraum seltener Pflanzen und Tierarten erhalten, vergrößert und optimiert. Angrenzende Flächen werden als Pufferflächen erworben und extensiviert. Des Weiteren soll das Gebiet langfristig über Gräben, magere Grabenböschungen und extensivierte Grünlandflächen als ein Kerngebiet in ein Niedermoorverbundsystems Erdinger Moos eingebunden werden. 2003 wurde das Projektgebiet nach Norden erweitert. 2016 konnten für zahlreiche Flächen im Eigentum des BR Bewirtschaftungsverträge über das Vertragsnaturschutzprogramm abgeschlossen werden.

Projektträger: Gemeinde: Ismaning

Ansprechpartner: Stefan Schwarz und Michael Wagner (naturschutz@lra-m.bayern.de)


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Projektname: Deininger Moor

Beschreibung: Das Gebiet ist zwar degradiert, zeichnet sich aber dennoch durch flächige Vorkommen seltener Arten aus. Die wertvollen Lebensräume werden durch Pflegemaßnahmen erhalten und als Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten weiterentwickelt. Im Herbst 2010 wurde mit der Wiedervernässung des rund 15 ha großen Hochmoorkerns begonnen. Die Maßnahmenumsetzung wurde aus Mitteln des Klimaprogramms Bayern 2020 Teil Moore kofinanziert. An den Maßnahmen auf dem Flurstück im Eigentum des BN hat sich der Verband mit einem Eigenanteil von rund 20 % beteiligt. Im April 2011 wurde die Wiedervernässung im Hauptteil abgeschlossen, die Ergebnisse werden mittels einer regelmäßigen Erfolgskontrolle überprüft und zeichnen sich als sehr positiv ab. 2014/15 wurde, das Weihermoos, ein weiterer kleiner Hochmoorrest nördwestlich des großflächigen Hochmoorkörpers ebenfalls renaturiert. Die starke Freizeitnutzung wird inzwischen verstärkt gelenkt (Infotafeln).

Projektträger: Naturschutzverwaltung: UNB München, Naturschutzverband: LBV, BN

Ansprechpartner: Michael Wagner (Michael.Wagner@lra-m.bayern.de)


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Projektname: Entwicklung Flugplatzgelände Unterhaching

Beschreibung: Der Großteil der Fläche des ehemaligen Flugplatzes Neubiberg wurde 1997 von der Gemeinde Unterhaching erworben. Ziel ist die Freiflächensicherung zur Entwicklung im Sinne des Naturschutzes und zur Verbesserung der Naherholungssituation. Rund 90 Hektar sind zweimähdige Wiesen (seit 1998 mit Düngeverzicht), rund 10 Hektar Schafweiden. Die Wiesen werden von Landwirten aus der Umgebung auf der Basis einjähriger Nutzungsverträge extensiv genutzt. Zur Entwicklung des Geländes wurde eine Bürgerbefragung durchgeführt, Anhand eines aktuellen Konzeptes werden die Flächen im Sinne des Naturschutzes gepflegt und optimiert. Zielarten: Neuntöter, Dorngrasmücke, Feldlerche, Wachtel, Himmelblauer und Idas Bläuling, Wechselkröte. Die meisten Flächen sind in das kommunale Ökokonto eingestellt. Seit 2002 wurden Teile des Projektgebietes für die Erholungsnutzung als Landschaftspark Hachinger Tal attraktiver gestalten. Grundlage dafür ist ein entsprechendes Entwicklungskonzept. Im Westteil und nördlich der Startbahn wurden große Schollen aus Kies und Rotlage angeschüttet und modelliert. Um die Rohbodenflächen im Sinne des Naturschutzes zu entwickeln, wurde auf erste Flächen nach entsprechender Vorbereitung 2003 Magerrasen- bzw. Magerwiesenmähgut übertragen. Das Mähgut stammt von Heideerweiterungsflächen im Norden Münchens sowie von der Keltenschanze Oberhaching. 2013 wurden Wechselkröten-Laichgewässer (als Ersatzmaßnahme) im Südostteil angelegt und Wechselkröten-Individuen der - von der Zerstörung ihres Lebensraums betroffenen - Population am Perlacher Bahnhof dorthin verbracht (mit Genehmigung der höheren Naturschutzbehörde).

Projektträger: Gemeinde: Unterhaching

Ansprechpartner: Frau Fritz (umwelt@unterhaching.de)

weitere informationen: https://www.unterhaching.de/unterhaching/web.nsf/id/pa_de_landschaftspark.html


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Projektname: Feuchtwiesen am Hachinger Bach

Beschreibung: Größte, im Rahmen der Biotopkartierung erfasste Wiesenfläche im Landkreis München. Im Schwerpunktgebiet des Naturschutzes Gleißental - Hachinger Bachtal. Aufgrund des Vorkommens des Randring-Perlmuttfalters von überregionaler Bedeutung für den Naturschutz. Projektziele: Erhaltung und Vergrößerung der Population des Randring-Perlmuttfalters (Boloria eunomia). Erhaltung der typischen Wiesen-Lebensgemeinschaften, Vermeidung weiterer Stoffeinträge, Renaturierung von Fichtenaufforstungen hin zu Auwaldbeständen, Renaturierung des Hachinger Bachs. Maßnahmen werden seit Winter 2002 auf der Basis eines fachlichen Konzeptes umgesetzt. Kartierungen und Konzept durch die Projektgruppe BayernNetz Natur im Sommer 1999. 2001 erfolgte die Übernahme der Trägerschaft durch den Landschaftspflegeverband. Die Gemeinde Taufkirchen engagiert sich stark im Projekt.

Projektträger: Landschaftspflegeverband: München-Land e.V.

Ansprechpartner: Michael Wagner (Michael.Wagner@lra-m.bayern.de)

weitere informationen: http://www.taufkirchen-mucl.de/de/rathaus-buergerservice/umwelt-abfallwirtschaft/umwelt-natur/


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Projektname: Kupferbachtal

Beschreibung: Das Kupferbachtal zeichnet sich durch eine Reihe hochwertiger Arten aus. Erste Maßnahmen bzw. Planungen wurden im Rahmen des AHP Bayerisches Löffelkraut verwirklicht. Inzwischen pflegt der Landschaftspflegeverband München-Land e.V. hier regelmäßig. 2002 wurde eine Planung auf der Basis faunistischer Erhebungen durchgeführt, die die Grundlage für die Neuausrichtung der Pflegekonzeption bildete. Sukzessive kommen werden weitere Flächen in das Pflegekonzept einbezogen.

Projektträger: Landschaftspflegeverband: Landschaftspflegeverband München-Land e.V.

Ansprechpartner: Georg Hünerfeld (georg.huenerfeld@lpv-muenchen.de)


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Projektname: Magerrasenverbund Oberland - ein Projekt zum Schutz von Busch-Nelke, Kreuzotter

Beschreibung: In der Region des Allgau (Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) und in den Forsten südlich München (Deisenhofener-, Perlacher- und Grünwalder Forst) besitzt die international bedeutsame Busch-Nelke (Dianthus seguieri ssp glaber) einen südbayerischen Verbreitungsschwerpunkt. Die Unterart hat ein sehr kleines europäisches Verbreitungsgebiet und gilt als stark gefährdet. Mit fünf isolierten Verbreitungsschwerpunkten trägt Bayern eine besondere Erhaltungsverantwortung. Ziel des Projekts ist es, die zahlreichen Gefährdungen ausgesetzten Magerrasenreste zur optimieren und einer zielgerichteten Pflege zuzuführen. Zudem soll ein landkreisübergreifendes Verbundsystem über die Bahnlinie aufgebaut werden, von dem aus weitere Vernetzungsachsen über Waldränder, Waldwege und Magersäume in die Fläche ausstrahlen. Weitere Begleitarten wie Kreuzotter, Schlingnatter, Ameisenbläulinge sollen ebenfalls von den Maßnahmen profitieren. In das Projekt sind die Flächeneigentümer der Buschnelken-Wuchsorte eng eingebunden. Hierzu gehören insbesondere die BaySF, Forstbetrieb München (Zusammenarbeit bei Pflege entlang der Forstwege im Deisenhofer und Perlacher Forst gemäß einem gemeinsam abgestimmten Pflegekonzept), und die Deutsche Bahn (naturschutzkonforme Pflege unter besondere Berücksichtigung der Habitatansprüche von Buschnelke und weiteren Zielarten an der Bahntrasse der BOB auch im Hochsicherheitsbereich). Zudem besteht eine enge Kooperation mit verschiedenen Landwirten, die das Projekt unterstützen. Über das Projektmanagement (im Auftrag der Regierung von Oberbayern) erfolgt die Koordinierung und Umsetzung von Landschaftspflegemaßnahmen, ebenso die fachliche Beratung der uNB´s, des LPV, der betroffenen Forstdienststellen und Landwirte. Über gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll die Bevölkerung für das Projekt sensibilisiert werden. Projektbegleitend finden Wuchsortkartierungen, Monitoring und Effizienzkontrollen statt. Ehrenamtliche sind an der Pflege und Betreuung beteiligt, die Gemeinden sind eng eingebunden.

Projektträger: Landkreis: Miesbach, München, Bad Tölz - Wolfratshausen, Landschaftspflegeverband: München-Land e.V.

Ansprechpartner: Gabriela Schneider (schneider-hausham@t-online.de)


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Projektname: Wechselkröte im Raum München

Beschreibung: Die Wechselkröte ist eine der am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten Bayerns. Seit den 1970er Jahren ist der Bestand von damals geschätzten 5.000 Tieren im Raum München, der das Bayern weite Schwerpunktvorkommen beherbergt, auf aktuell etwa 1.000 Tiere zurückgegangen - ein Verlust von rund 80 %! Deshalb haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und das Bayerische Landesamt für Umwelt beschlossen, ein Artenhilfsprogramm für die Amphibienart aufzulegen. Für den Raum München wurde ein Grobkonzept erarbeitet, das im Rahmen des 350. BayernNetz Natur-Projektes umgesetzt werden soll. Die Ziele des Projekts sind: - Erhaltung der noch vorhandenen Kernvorkommen - Erhaltung und Optimierung von potenziell geeigneten Flächen - Neuschaffung von Wechselkrötenhabitaten auf Potenzialflächen - Sicherung von Verbund- und Wanderachsen - wo möglich Entwicklung von Hilfestellungen zur Überwindung von Barrieren.

Projektträger: Naturschutzverband: LBV, KG München

Ansprechpartner: Christian Köbele (c-koebele@lbv.de)

weitere informationen: https://www.lbv-muenchen.de/unsere-themen-lbv-muenchen/amphibienschutz-lbv-muenchen/artenhilfsprojek


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Projektname: NaturErholung Isartal im Süden von München

Beschreibung: Die Isaraue zwischen der Landesgrenze bei Scharnitz und der Landeshauptstadt München gehört trotz anthropogener Veränderungen zu den letzten und großflächigsten Wildflusslandschaften in Mitteleuropa. Insbesondere wegen der bewegten Topographie, der enormen Vielfalt und Verzahnung von unterschiedlichen Lebensräumen und der herausragenden Artenvielfalt sowie seiner Funktion als Wanderachse zwischen den Alpen und der Donauregion, ist der Talraum von herausragender naturschutzfachlicher Bedeutung. Das Projekt konzentriert sich auf das Teilgebiet zwischen Ickinger Au/Dürnsteiner Brücke und Marien-Klausenbrücke auf dem südlichen Gebiet von Landkreis und Landeshauptstadt München. Der engen Verzahnung verschiedenster Biotoptypen wie naturnahe Fließgewässer, Kiesbänke und ?inseln, Still- und Altwasserbereiche, Staudenfluren, Magerrasen, Felsen, Gebüsche und Auwaldreste sowie Hang- und Schluchtwälder verdankt das Gebiet eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt. Gleichzeitig ist die abwechslungsreiche und reizvolle Landschaft auch ein beliebter und Erholungsraum, der von den unterschiedlichsten Freizeitnutzern aufgesucht wird. Insbesondere seit der Isarrenaturierung ist der Talraum noch attraktiver geworden und zieht vermehrt Erholungssuchende und Freizeitsportler an. Die Interessenkonflikte zwischen Naturschutz und Erholungsnutzung in dem naturschutzfachlich hochwertigen und sensiblen Talraum nehmen seit Jahren zu. Mit der ?Resolution zum Schutz des oberen Isartals? wurde ein erster Schritt zwischen Landeshauptstadt und Landkreis München und verschiedenen Sport- und Naturschutzverbänden begangen, dem jetzt eine rasche Umsetzung folgen soll. Die Zielsetzung, eine Sicherung des naturschutzfachlich herausragenden Isartals durch ein verträgliches Miteinander von Naturschutz und Erholung soll durch die Erarbeitung und Umsetzung einer mit allen relevanten Beteiligten abgestimmten Besucherlenkung durch ein interdisziplinäres Projektteam realisiert werden. Am Beispiel zweier Nutzergruppen - Mountainbiker und Trail Runner ? sollen eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und begleitende Umweltbildungsmaßnahmen umgesetzt werden. Mit Unterstützung des Bayer. Naturschutzfonds soll in den nächsten 3 Jahren die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit weiteren Nutzergruppen geschaffen werden.

Projektträger: Landkreis: München, Stadt München

Ansprechpartner: Michael Wagner (michael.wagner@lra-m.bayern.de)

weitere informationen: http://www.biken-isartal.de/