Stempelstation Nummer 12 - Naturwaldreservat Fichtelseemoor

Stempelstation Nummer 12

Lage:
Infopavillon - Nordspitze des Fichtelsees
Fichtelseestraße
(Parkplatz nach Campingplatz Haus-Nr.30)
95686 Fichtelberg
(grüner Pfeil in abgebildeter Karte)

Koordinaten:
50.020664,11.859363

Im Schatten des Ochsenkopfes erstreckt sich nahe der vielbefahrenen B 303 eine der schönsten und urtümlichsten Landschaften Oberfrankens: Das Fichtelseemoor.

Das 139 Hektar große Naturschutzgebiet an der Landkreisgrenze Bayreuth/Wunsiedel ist zugleich Naturwaldreservat und Natura 2000-Gebiet. Die gut ausgebauten Wanderwege dürfen also nicht verlassen werden. Was auch nicht ratsam wäre, denn schnell kann man hier bis zur Hüfte versinken.

Das Fichtelseemoor (eigentlich Torf- und Seelohe) im Fichtelgebirge im Norden des Fichtelsees ist eines der ganz wenigen regengespeisten Sattelhochmoore Nordbayerns. Es liegt in einer Senke zwischen Ochsenkopf und Platte auf 752 Meter Seehöhe. Als Besonderheit schließt sich hier an die eigentliche Hochmoorvegetation ein (in Nordbayern extrem seltener) Moorspirkenwald an. Der elf Hektar große Fichtelsee wurde ab 1650 angestaut, um zusätzliche Wasserkraft zum Antrieb der Hämmer (Bergbau im Fichtelgebirge) zu liefern.

Der Fichtelsee lädt ein zum Schwimmen, Bootfahren und Spazierengehen. Im Winter kann man Schlittschuhlaufen. Am nördlichen Ufer des Sees beginnt das Naturschutzgebiet mit Verlandungszonen, typischer Moorvegetation (z.B. Torfmoos, Wollgras, Preiselbeere, Heidelbeere, Besenheide, Rosmarinheide) und dem Moorspirkenwald. Mit viel Glück lassen sich vielleicht sogar Kreuzottern oder Biber beobachten

Auf dem Wanderweg zum sogenannten Seehausparkplatz im Norden befindet sich auch der eisenhaltige "Jean-Paul-Brunnen", im Volksmund "Sauerbrunnen" genannt. Im nahe gelegenen Moorbad in Fleckl kann man das Moor direkt fühlen. Durch das Fichtelseemoor führen auch zahlreiche Fernwanderrouten, wie der Jean-Paul-Weg oder der Fichtelgebirgsweg.

Das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium bemühen sich derzeit, gemeinsam einige ehemals durch Torfabbau zerstörte Flächen zu renaturieren. Hierzu wird das Entwässerungsnetz zugeschüttet, um die Bereiche wieder zu vernässen und die ökologischen Kreisläufe im Moor zu aktivieren. Ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz: Denn Moore sind ausgezeichnete Kohlendioxidspeicher und reduzieren so die Treibhausgase in unserer Atmosphäre.



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