Weitere Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Bayern

Zur Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie sind eine Reihe unterschiedlicher Maßnahmen ergriffen worden. Neben den bereits laufenden und bewährten Maßnahmen wurden neue Aktivitäten ergriffen, die die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie voranbringen werden.

Im Botanischen Garten München-Nymphenburg

Das Projekt befasst sich mit der Wissensvermittlung über einheimische Schmetterlinge und andere Insekten. Durch die Anpflanzung von Pflanzenarten, die bevorzugt von einheimischen Schmetterlingen aufgesucht werden, kann man in den Sommermonaten die verschiedensten Falterarten im Freiland beobachten und sich parallel dazu im Informationspavillon über deren Biologie und Gefährdung informieren.

Mit der Anlage eines Feucht- und Trockenbiotops mit typischen einheimischen Pflanzenarten unterstützt der Botanische Garten mit einem weiteren Projekt die biologische Vielfalt in Bayern. Den Besuchern des Botanischen Gartens soll damit die Gelegenheit geboten werden, sich über selten gewordene Pflanzenarten zu informieren. Gleichzeitig erhält er weitere Informationen über aktuelle Schutzbemühungen, die in Bayern für besonders bedrohte Pflanzen, sog. Gallionsarten, durchgeführt werden.

In einem virtuellen Rundgang können Sie sich einen Eindruck von dem Projekt im Botanischen Garten München-Nymphenburg verschaffen. Klicken Sie hierzu auf das nachstehende Bild.

Interner Link: Virtueller Rundgang durch den Botanischen Garten München-Nymphenburg

Genbank Bayern Arche - Einrichtung einer Samenbank für wild lebende Pflanzenarten

Bayerns Schwerpunkte bei den Bemühungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt liegen bei der Sicherung, Neuschaffung und Wiederherstellung von Lebensräumen, deren Vernetzung, sowie im Erhalt der gefährdeten Arten. Nachdem, trotz aller Bemühungen, nicht auszuschließen ist, dass in Zukunft die ein oder andere Pflanzenart in Bayern ausstirbt, wird, in Kooperation mit der Universität Regensburg, Prof. Dr. Poschlod, eine Samenbank für Pflanzenarten (Genreserve Bayern) eingerichtet. Damit soll die Vielfalt der Arten, für die Bayern eine besondere Verantwortung trägt, auch für die nachfolgenden Generationen gesichert werden. Im Rahmen dieses Projektes werden jedoch nicht nur Samen von Pflanzen gesichert, es werden parallel dazu auch Keimungsversuche mit den Samen unternommen, um sicherzustellen, dass im Bedarfsfall eine Keimung der gesicherten Samen auch wirklich funktioniert.

Das bayerische Engagement zeichnete der Bund im Mai 2013 als UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt aus.

Berufung eines Biodiversitätsrates

Der Biodiversitätsrat wird das Umweltministerium bei der Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie beraten. Aufgrund seiner Fachkompetenz soll er Handlungsoptionen aufzeigen, offene Fragen diskutieren, sich zu ausgewählten Sachverhalten gutachterlich äußern und Anstöße für interdisziplinäre Forschungsarbeiten geben. Seine Zusammensetzung mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen soll sicherstellen, dass das Thema Biodiversität, das viele Teilbereiche des gesellschaftlichen Lebens unmittelbar berührt, in der nötigen Breite umgesetzt und diskutiert wird. Als unabhängiges Fachgremium kann er wichtige Impulse für Schwerpunktthemen setzen oder bestehende Konfliktfelder aufzeigen.

Auslobung eines Biodiversitätspreises durch den Bayerischen Naturschutzfonds

Der Bayerische Naturschutzfonds hat zur Förderung der Umsetzung der Biodiversität einen Biodiversitätspreis ins Leben gerufen. Dieser Preis wird seit 2010 alle zwei Jahre vergeben. Damit leistet der Fonds einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wahrnehmung der Belange der Artenvielfalt und zur Anerkennung des Engagements zu deren Erhalt. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und kann an Vereine, Verbände, Kommunen, Schulen, Personengruppen oder Einzelpersonen vergeben werden, die in besonderem Maße dazu beitragen, die Artenvielfalt in Bayern zu erhalten. Dies kann sowohl durch eine Verbesserung des Kenntnisstandes zu Vorkommen und Situation der Arten als auch durch gezielte Umsetzungsprojekte erreicht werden.

Renaturierung von Mooren als Beitrag zum Klimaschutz (KLIP 2020)

Bei Mooren handelt es sich um hochgradig gefährdete und extrem seltene Lebensräume. Sie beherbergen zahlreiche hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Des weiteren sind intakte Moore in der Lage das klimaschädliche CO² zu speichern, während gestörte Moore in großem Maße klimarelevante Gase freisetzen. Deshalb werden im Rahmen der Bayern Arche, mit Geldern aus dem bayerischen Klimaprogramm 2020 (KLIP 2020), ausgesuchte Moore renaturiert.

Förderung naturverträglicher Bewirtschaftung im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP)

Ein großer Teil der ökologisch besonders wertvollen und artenreichen Lebensräume Bayerns ist aus traditionellen naturschonenden land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftungsweisen entstanden. Der Erhalt dieser Lebensräume kann nur durch Fortsetzung der extensiven Nutzung bzw. durch Pflegemaßnahmen sichergestellt werden. Landwirte und sonstige Bewirtschafter, die durch naturverträgliche, extensive Nutzung die Flächen in einem ökologisch wertvollen Zustand erhalten, können dafür ein angemessenes Entgelt aus dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm bzw. dem Vertragsnaturschutzprogramm - Wald erhalten.Durch diese Zahlungen werden z.B. der Verzicht auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel, erschwerter Arbeits- und Maschineneinsatz bei der Pflege von Steillagen oder schwer zugänglichen Feuchtwiesen und die Einhaltung spezieller naturschutzfachlicher Vorgaben bei der Mahd oder Beweidung artenreicher Lebensräume honoriert.

Artenhilfsprogramme für verschiedene Tier- und Pflanzenarten

Auch wenn der Schwerpunkt der Naturschutzbemühungen beim Erhalt, der Wiederherstellung und der Neuschaffung von Lebensräumen sowie deren Vernetzung liegt, spielen Hilfsprogramme für bestimmte Arten eine wichtige Rolle. In der Regel handelt es sich hierbei um Arten (sog. Leitarten), die stellvertretend für ganze Artengruppen oder einen bestimmten Lebensraum stehen. Hilfsmaßnahmen für diese Arten kommen somit immer der ganzen Lebensgemeinschaften zu gute. In den letzten Jahren wurden im Freistaat zahlreiche Artenhilfsprogramme entwickelt, die beachtliche Erfolge zu verzeichnen haben. So konnte durch das Artenhilfsprogramm Weißstorch der Bestand der heimischen Weißstörche deutlich angehoben werden, ebenso wie beim Wanderfalken, Steinadler oder den hochgradig bedrohten Fledermäusen.

Internetplattform NaturVielfaltBayern.de

Nur was man kennt, das schätzt man, nur was man schätzt, das schützt man. Diese Grunderkenntnis greift die NaturVielfaltBayern.de auf und bietet interessierten Nutzern regionalisierte Informationen über Naturschätze in ihrem Landkreis. Es werden die vorhandenen Schutzgebiete in Karten dargestellt, es wird über laufende Naturschutzprojekte im jeweiligen Landkreis informiert und es werden Ansprechpartner benannt, die gerne mit fachlichem Rat zur Seite stehen. Im Laufe der Zeit wird ein Netzwerk von Informationen und Informanten entstehen, die z.B. für Schulen und andere Bildungseinrichtungen sowie interessierte Einzelpersonen einen idealen Ausgangspunkt darstellen, um über die Natur der näheren Heimat mehr zu erfahren.